Sonderausgabe 20 Jahre – INTERVIEW


20 soll ja bekanntlich das schönste Alter im Leben sein. Im Dezember kann Sensile Technologies 20 Kerzen auspusten. Und auf zwei Jahrzehnte zurückblicken, in denen das Unternehmen eine schöne Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Wir haben mit Managing Director und Operational Director Cédric Morel und Jean-Marc Uehlinger über den Weg des Unternehmens und ihre Zukunftsvision gesprochen.

Vor 20 Jahren begann Sensile Technologies seine Tätigkeit auf dem Markt für Sensortechnik. Zwanzig Jahre später hat sich der Sektor stark gewandelt. Welche technologischen Entwicklungen haben Sie am meisten geprägt?

Jean-Marc Uehlinger: In erster Linie wahrscheinlich die Optimierung der Zahl und des Gewicht der Komponenten unserer elektronischen Systeme. Unsere Produkte der ersten Generation hatten circa 200 Bestandteile und brachten 1,3 kg auf die Waage. Die heutigen Produkte der 5. Generation haben nur noch knapp halb so viele Bestandteile und wiegen ein Zehntel. Diese Entwicklung ist jedoch nicht nur der Technologie geschuldet, sondern auch der ständigen kritischen Analyse jeder Produktgeneration.

Zwischen 1999 und 2009 fand zudem eine starke technologische Entwicklung statt, die durch den Mobiltelefon-Boom ausgelöst worden war. Sie veranlasste die Akteure im Bereich der zellularen Netze dazu, die GSM-Komponenten zu verkleinern und zu perfektionieren. Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass das „Internet der Dinge“ (IoT) heute eine eigene Branche im Bereich der Kommunikationsnetze ist. Man spricht nicht mehr von Datenübertragungsraten in Mega- oder Gigabytes pro Sekunde, die für das Streaming von Videos auf dem neuesten iPhone entwickelt wurden, sondern von neuen Kommunikationsnetzen mit niedriger Leistung für große Entfernungen (LoRa, SIGFOX), um Inhalte, die dem Drittel einer SMS entsprechen, über Dutzende von Kilometern zu transportieren und Milliarden von vernetzten Objekten zu verwalten.

Und schließlich ist beim Empfang der Daten und ihrer Verarbeitung nicht mehr die Rede von einem einfachen Softwareprogramm auf einem PC, der in einem Büro in der Ecke steht, sondern von einer „Cloud“-Plattform, die bei Amazon, Google oder Microsoft gehostet wird und die von mehreren Hundertausenden Speichern oder Objekten erhaltenen Daten sofort verarbeiten und mit Informationen aus dem Internet bereichern kann, um die Prozesse bestmöglich zu optimieren (Big Data).

Auf welche Innovationen von Sensile Technologies sind Sie besonders stolz?

JMU: Das ist einfach … auf die nächste! Mehr werde ich dazu nicht sagen (lacht). Aber im Ernst, bei Sensile Technologies sind wir besonders stolz darauf, dass es uns gelungen ist, der Automobilindustrie und der Telefonie-Industrie 2007 den Rang abzulaufen. Als eines der ersten Unternehmen haben wir in Zusammenarbeit mit Gemalto und Bouygues Telecom eine „elektronische SIM-Karte“ (in Form einer elektronischen Komponente anstatt des lästigen Stücks Plastik, das jeder kennt) in unser Produkt integriert.

Während den Giganten der Industrie keine vertragliche Einigung gelang, um diese Art von Innovationsprojekten zu Ende zu führen, ergriff ein Schweizer KMU aus der Region Lausanne die Gelegenheit, um seine Innovationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Heute sind zahlreiche vernetzte Objekte mit unserer Innovation ausgestattet, zum Beispiel die neueste Smartwatch von Apple, die iWatch der 3. Generation, die 10 Jahre nach unserem Gehäuse auf dem Markt kam.

Wie würden Sie die DNA des Unternehmens in wenigen Worten beschreiben?

Cédric Morel: Die DNA von Sensile Technologies zeichnet sich in erster Linie durch die Fähigkeit des Unternehmens aus, seine Grenzen zu überwinden. Daher sind unsere vernetzten Objekte selbstverständlich seit 1999 „kabellos“ (wireless) und machen das gute alte Telefonkabel oder kabelgebundene Alternativen überflüssig. Zudem funktionieren unsere Geräte mit Batterien mit immer höheren Leistungsniveaus (sie müssen nicht aufgeladen werden und kommen ohne Stromkabel aus). Anfangs betrug ihr Lebenszyklus 3 Jahre. Heute haben wir diese Grenze längst überwunden und sie halten länger als 10 Jahre!

Außerdem ist Sensile Technologies ausnahmslos auf allen Kontinenten präsent und liefert allen Kunden Qualitätsdienste. Diese DNA wurde 2014 mit der Auszeichnung „Swiss Export Award“ gewürdigt. Der Preis wird von Switzerland Global Enterprise (S-GE) verliehen und zeichnet die besten Exportprojekte aus.

Verraten Sie uns zum Schluss noch, wie Sie die Zukunft von Sensile Technologies sehen …

CM: Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich der Erfolg fortsetzen wird! Zunächst ist der Kontext für ausgereifte und hocheffiziente Technologie im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge günstig. Dieser Markt ist heute sehr dynamisch, die Akteure der Erdöl- und Gasindustrie erkennen, dass sie ihre Aktivitäten und Prozesse digitalisieren müssen. Um ihrer Nachfrage effizient gerecht zu werden, können wir auf 20 Jahre unersetzliche Erfahrung zurückgreifen.

Um zukunftssicher zu werden, wird Sensile Technologies seine Tätigkeit zudem diversifizieren und andere verbundene Märkte erschließen, zum Beispiel den Wasser- und den Umweltmarkt.

Und als solides Schweizer KMU mit internationaler Ausstrahlung weckt Sensile Technologies seit einigen Jahren das Interesse großer Konzerne, die die Exzellenz unserer Produkte und unseres Know-hows sowie unsere finanzielle Stabilität schätzen.

Kurzum, die Zeichen sind positiv und versprechen eine erfolgreiche Zukunft!

Wir gratulieren Sensile Technologies und dem gesamten Team!